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Donnerstag, 19. Juli 2018
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Die Ozeane nehmen immer mehr Kohlendioxid auf. Welche Auswirkungen hat das? Drucken E-Mail
Das Weltmeer nimmt im globalen Klimasystem eine Schlüsselstellung ein. Es enthält 50-mal mehr Kohlendioxid als die Atmosphäre und "schluckt" alljährlich ein Drittel dieses vom Menschen produzierten Treibhausgases. Damit dämpft der Ozean zwar den Treibhauseffekt. Gleichzeitig verändert sich aber die Chemie des Meeres: Der pH-Wert des Wassers sinkt; der Ozean wird allmählich saurer. Die Folge: eine verringerte Aufnahmekapazität für das Klimagas Kohlendioxid. Das bedeutet aber nicht, dass das Weltmeer den Treibhauseffekt zukünftig in geringerem Mass dämpft, denn auch die biologischen Abläufe verändern sich. Dies betrifft vor allem die winzigen Kalkalgen im Meer. Ihnen fällt es im saureren Millieu immer schwerer, einen schützenden Kalkpanzer aufzubauen. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) schätzen, dass die Kalkproduktion im Ozean bis 2100 auf 60 bis 70 Prozent des vorindustriellen Werts zurück geht. Weil Kalkalgen aber Kohlendioxid ins Meerwasser abgeben, wenn sie ihre kalkige Hülle aufbauen, ergibt sich ein gegenläufiger Effekt. Weniger Kalkalgen bedeuten naturgemäß weniger CO2-Abgabe. So wird im Ozeanreservoir mehr Platz für die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre geschaffen. "Im Vergleich zu einer konstanten biologischen Kalkproduktion könnten unseren Modellrechnungen zufolge im Laufe dieses Jahrhunderts bis zu 110 Milliarden Tonnen Kohlendioxid zusätzlich aufgenommen werden", stellt AWI-Forscher Ulf Riebesell fest.