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Donnerstag, 19. Juli 2018
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Österreichische Meeresforschung - Geschichte Drucken E-Mail
NovaraDie österreichische Meeresbiologie hat ihre Wurzeln in der Tradition der bedeutenden Biologen und großen Expeditionen des 19. Jahrhunderts.
Während der Weltumsegelung der Fregatte "Novara" (1857-1859), der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition (1872-1874) und der österreichisch-ungarischen Tiefseeexpedition an Bord der "Pola" wurden von den Zoologen Rudolf Kner, Emil von Marenzeller, Carl Claus and Karl Grobben umfangreiche Materialsammlungen angelegt. Josef Lorenz von Lieburnau publizierte 1863 seine klassische Arbeit über die Verteilung der Organismen und ihrer Habitate im Mittelmeer und seit 1875 wurde die k. u. k. Zoologische Station in Triest von vielen berühmten Wissenschaftlern besucht, wie etwa von Sigmund Freud als Student. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schrieb Adolf Steurer seine klassische "Planktonkunde".
Nach dem 2. Weltkrieg organisierte Rupert Riedl die ersten Expeditionen zu den Stränden des Mittelmeeres. Wissenschaftliches Tauchen ermöglichte dabei erstmal Studien in zuvor unerreichbaren Habitaten. Während der "Unterwasserexpedition Austria" (1948-1949) und der "Tyrrhenia Expedition" (1952) waren sie die ersten, die mit selbstgebauten Tauchgeräten in Meereshöhlen eindrangen. Die Fülle der gesammelten Informationen veranlaßte Rupert Riedel , die Monographie "Biologie der Meereshöhlen" zu verfassen.
   

In der Zwischenzeit machte der charismatische Hans Hass das Tauchen über seine Unterwasserfilme populär, in denen er gewagte Szenen von Haien und Walen zeigte. Seine Expeditionen an Bord des Segelschiffes "Xarifa" brachten Wissenschaftler zu für die damalige Zeit exotischen Orten.

Die Meeresbiologie wurde durch einen Lehrstuhl an der Universität Wien Institutionalisiert. Rupert Riedl - der in der Zwischenzeit den Standardführer zur Diversität dieses Meeres "Fauna und Flora der Adria" (später "Fauna und Flora des Mittelmeeres") publiziert hatte - erhielt die erste Professur in dieser Position.

Seit 1990 war die Meeresbiologie eine unabhängige Sektion des Institutes für Zoologie. Seit 2000 ist sie eine Abteilung des Instituts für Ökologie und Naturschutz.