Donnerstag, 26.01.2006 18:15, Hörsaal 1, BIOZENTRUM (UZA1) Althanstraße 14, 1090 Wien
Aber
nicht nur die Fischbestände werden in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund
der heutigen Fangmethoden wird selten noch nur das an Bord gehievt, was
man eigentlich fangen wollte. So kommen auf 1 kg zu verkaufendem Fisch
etwa 2-3 kg Tiere, die als wertloser Beifang, das sind Fische, die
nicht vermarktungsfähig sind, Krebse, Muscheln, Seesterne und viele
andere Tierarten, zum großen Teil tot oder verletzt, wieder ins Meer
geworfen werden.
Weiters
werden durch das Pflügen mit schwerem Fischereigerät und Schleppnetzen
etliche Tiere, die im, direkt am Boden oder sogar mit dem Boden
verwachsen leben, regelrecht "entwurzelt" (z. B. Würmer, Muscheln,
Schnecken, Seeigel, Tiefseekorallen). Man rechnet ungefähr mit 6 kg
solch "entwurzelter" und umgelagerter Bodentiere pro 1 kg Speisefisch.
Ein
Beispiel für die Auswirkungen der Fischerei auf den Zustand von
Küstenmeeren ist die Nordsee, die zu dem am stärksten befischten Gebiet
der Erde zählt. Die ständige Umwälzung des Meeresbodens hat dazu
geführt, dass langlebige Arten stark reduziert worden sind und
opportunistische, kurzlebige Arten begünstigt werden.
Die
Nordsee gleicht einem gepflügten Acker, dessen "Eichen und Buchen"
schon vor langer Zeit gerodet worden sind und bei bestehender Fischerei
kaum zurückkommen können und werden. In den letzten Jahren ist zum
Glück die Besorgnis um den Zustand der Küstenmeere gestiegen und der
Ruf nach einer nachhaltigen und ökosystemverträglichen Fischerei wird
immer lauter...
...aber wie?