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Montag, 24. September 2018
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Delfinfänge für Vergnügungsparks

 Ein ProMare Vortrag von Nicolas Entrup,
WDCS (Whale & Dolphin Conservation Society)

Freitag, 22.11.2002, 18:00, Hörsaal 2, Biozentrum Althanstraße, 1090 Wien




 

Es ist keine Neuigkeit, dass Wale und Delfine (Cetacea) zahlreichen Gefahren ausgesetzt sind. Eine Gefahrenquelle wird jedoch in der öffentlichen Diskussion vielfach zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt: die Auswirkungen von Lebendfängen für zoologische Gärten und Vergnügungsparks. Die Art, die auch heute noch am meisten von Fangaktivitäten betroffen ist, um in den genannten Einrichtungen zur Schau gestellt zu werden, ist der Große Tümmler (Tursiops truncatus). Aber auch Schwertwale (Orcinus orca) und Weißwale (Delphinapterus leucas) sind Ziel von Lebendfangaktivitäten. Je mehr Informationen wir jedoch über das Leben dieser Meeressäugetiere in freier Wildbahn erfahren, umso deutlicher werden die möglichen negativen Auswirkungen der Fänge durch Zoos und Vergnügungsparks auf die betroffenen Populationen.

Nicolas Entrup von der WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Thematik und wird über zahlreiche aktuelle Entwicklungen und Hintergründe berichten. So kooperieren in Japan Zoos und Vergnügungsparks mit Fischern, die Delfine in Buchten treiben und töten. Militärstationen der ehemaligen Sowjetunion sind in den Fang von Großen Tümmlern im Schwarzen Meer involviert. Firmen bieten die Tiere im Internet an, die sich dann in Wanderzirkussen im arabischen Raum wieder finden. Millionen Dollar sind im Spiel, um Schwertwale in russischen Gewässern zu fangen. Der Vortragende gibt einen Einblick in die Auswirkungen der Fänge auf frei lebende Populationen und die derzeit geführten Diskussionen zu der Thematik im Rahmen internationaler Abkommen. So wird z.B. im Rahmen der zwischen 4. und 15. November 2002 in Chile stattfindenden Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen über den kommerziellen Handel mit Delfinen aus dem Schwarzen Meer entschieden. Entrup, der an der Konferenz teilnimmt, wird aktuell berichten.

Informationen über die WDCS und aktuelle Wal- und Delfinschutzaspekte: www.wdcs-de.org

Vortragender:Nicolas Entrup, 30, Geschäftsführer der WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society in Deutschland, ist seit etwa 10 Jahren im Bereich des Wal- und Delfinschutzes tätig, insbesondere zu den Bereichen "Walfang" und "Handel mit Kleinwalen". 1998 veröffentlichte er gemeinsam mit Doug Cartlidge, ehemaliger Delfintrainer, den ersten Bericht über den Handel mit Großen Tümmlern aus dem Schwarzen Meer. Entrup vertritt die WDCS bei zahlreichen internationalen Konferenz wie z.B. der Internationalen Walfangkommission (IWC), dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) und der Bonner Konvention (CMS).