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Die Malediven 1998-2002 Drucken E-Mail

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Von der Korallenbleiche zur Korallenblüte

Ein ProMare Vortrag von Dr. Michael Mitic,
Haus des Meeres, Wien

Freitag, 24.05.2002, Hörsaal 2, Biozentrum Althanstraße, 1090 Wien




 

Verursacht durch einen gewaltigen El Nino und die dadurch über 6 Wochen andauernde Überwärmung des Meerwassers auf bis zu 32°C starben 1998 auf den Malediven über 90% der Steinkorallen ab. Der Effekt war ein oft üppiger Algenbewuchs auf den toten, z.T. bedingt durch bohrende Organismen zerbröselnden Korallenskeletten. Die Auswirkung dieser Veränderung auf diverse Fischarten wird erläutert: Manche verschwanden, andere haben sich mit Ersatzstrukturen zurechtgefunden und auf einige war überhaupt keine Auswirkung zu verzeichnen.

Der Autor betaucht die Malediven seit 1983 und dies beinahe jedes Jahr. Er wird versuchen Vergleiche zwischen der Zeit vor und nach dem El Nino zu ziehen, sowohl was die Fisch- als auch was die Korallenspezies betrifft. Speziell seit 1998 werden die alljährlichen Studien an einem ganz bestimmten Riff durchgeführt um wirklich vergleichbare Daten zu erhalten.

Bereits ein gutes Jahr nach dem "coral bleaching" waren die ersten Regenerationserfolge zu verzeichnen, allerdings in sehr geringem Ausmaß. Im Februar 2002 dagegen konnte man dann schon fast von einer Korallenblüte sprechen, denn innerhalb von nur 1-2 Jahren waren Korallenkolonien von bis zu 80 Zentimeter Durchmesser zu finden und das Wachstum der Korallen und die damit in Zusammenhang stehende Erholung der Riffe geht zügig voran. Auf Grund fehlender Raumkonkurrenz geht das Wachstum wesentlich schneller als in einem intakten Riff vor sich. Dabei erobern manche Korallenarten sogar neue Lebensräume und andere nützen einfach das Fehlen von Konkurrenten und überwachsen jeden freien Raum, der sich bietet. Und mit der Rückkehr mancher Korallenarten kehren auch die Fische wieder, die dann ihre ursprünglichen ökologischen Nischen wieder so besetzen wie früher. Aber längst sind noch nicht alle Fisch- und schon gar nicht alle Korallenarten wiedergekehrt.